Tansania: Ex-Minister als Bootsbauer im Einsatz

Rainer Speer mit Pfarrer Mafingulu (links) und einem weiteren Gemeindemitglied vor dem stark beschädigten Boot in Ikombe.

Ikombe ist ein kleines Dorf am Ufer des Malawi-Sees und hat etwa 4000 Einwohner. Deren Haupterwerbszweig ist das Herstellen von Tontöpfen, die sie auf der anderen Seite des Sees, in Malawi, besser verkaufen können als in Tansania selbst. Daher hat die evangelische Kirchengemeinde Ikombe den Kleinhändlern ein zwölf Meter langes Holzboot zur Verfügung gestellt, mit dem sie ihre Ware über den See transportieren können. „Aber Abnutzung und Witterungseinflüsse haben dieses 20 Jahre alte Boot unbrauchbar werden lassen“, erläutert der Afrikareferent des Berliner Missionswerkes, Pfarrer Dr. Reinhard Kees.

Und hier kommt Rainer Speer ins Spiel. Über den Kontakt zu einem Brandenburger Pfarrer hat er von der Notlage in Ikombe erfahren – und spontan beschlossen zu helfen. Als gelernter Schlosser und Tischler könne er die Reparatur in die Hand nehmen und zugleich bei der gemeinsamen Arbeit den Dorfbewohnern Fähigkeiten vermitteln, die ihnen in Zukunft helfen sollen, Bootsschäden vorzubeugen.

„Nach mehreren Gesprächen und Rückfragen haben wir Rainer Speer an unsere Partnerkirche in Tansania vermittelt, wie wir das bei anderen gut begründeten Anfragen dieser Art auch tun“, sagt Kees. „Für uns also ein normaler Kurzzeiteinsatz in einem Entwicklungshilfeprojekt.“

Bis Ende September will Speer in Tansania bleiben; Reise-, Unterkunft- und Materialkosten übernimmt er selbst. Zudem wirbt er bei Freunden und Bekannten Spenden für das mit 25.000 Euro veranschlagte Boot-Projekt ein. Zunächst allerdings steht vor Ort ein Sprachkurs in Kisuaheli an. Ende April soll dann die Arbeit am Boot beginnen. „Ich bin hier sehr gut aufgenommen worden und freue mich auf den handwerklichen Einsatz. Die Gemeinde hat schon das Holz gesammelt“, berichtet Speer von seinen ersten Eindrücken aus Ikombe, nachdem er die „Baustelle“ am See besichtigt hat. „Das wird ein spannendes Projekt, denn im Dorf gibt es keinen Strom, so dass alle Arbeiten per Hand erledigt werden müssen.“

Auf die Umstände angesprochen, die zum Rücktritt Speers von seinem Amt als brandenburgischer Innenminister geführt hatten, betont der Afrikareferent des Berliner Missionswerks: „Jeder verdient eine zweite Chance im Leben. Das ist aus christlicher Sicht eine Selbstverständlichkeit.“

Das Berliner Missionswerk, das 1891 mit seiner Arbeit in Tansania begann und heute partnerschaftliche Beziehungen zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania pflegt, unterstützt bis heute Projekte im Land, u.a. das Krankenhaus in Matema und das Waisenkinderheim in Iringa.

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Spendenkonto
Berliner Missionswerk, Konto 71617, EDG Kiel, BLZ 210 602 37
Kennwort: Ikombe Bootbau, Projektnummer 7119

Pressekontakt
Jutta Klimmt, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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