Wolgagemeinden: Menschen fürchten den Hunger

Wolgagemeinden: Die Menschen sind dankbar für Lebensmittelspenden. (Foto: ELKER/Propstei Untere Wolga)

Die Ausgangssperre in Russland trifft vor allem die Armen. Die Lage sei sehr ernst, betont Propst Oleg Stulberg. In der Gemeinde Elista an der Wolga etwa sind nach offizieller Statistik 500 Menschen an Covid 19 erkrankt – bei einer Einwohnerschaft von rund 185.000. Keiner weiß jedoch, wie aussagekräftig diese offizielle Zahl der Corona-Infizierten ist.

Die gesundheitliche Betreuung von kranken Menschen gestaltet sich grundsätzlich schwierig. So ist die Leiterin der Gemeinde in Elista durch ihre Asthmaerkrankung besonders gefährdet und in häuslicher Quarantäne. Ihr Bruder, der einen Imbiss betreibt, darf nicht arbeiten und hat daher keinerlei Einkünfte. „Ein Beispiel von vielen“, betont Stulberg. „Niemand weiß, wie es weitergehen wird. Doch die Menschen tun alles, um sich gegenseitig zu helfen.“

So haben in Elista einige Frauen begonnen, Mund-Nasen-Schutzmasken für Gemeindeglieder zu nähen. In der Gemeinde Verchnij Jeruslan macht sich nun der kirchliche Nutzgarten besonders bezahlt: Die geernteten Gemüse-Produkte werden an bedürftige Familien ausgegeben.

Die Gemeinden an der Wolga hoffen auf finanzielle Unterstützung, etwa um das Projekt „Kreative Nähwerkstatt Elista“ auszuweiten. „Wir brauchen weitere Nähmaschinen, um die Masken in größerer Stückzahl herstellen zu können.“

Jenseits aller Sorgen grüßt Propst Oleg Stulberg „die Schwestern und Brüder in Deutschland sehr herzlich. Wir wünschen Gesundheit und Gottes Segen und sind dankbar für alle Kontakte und Unterstützung, gerade in dieser für uns alle schwierigen Zeit.“


Das Berliner Missionswerk hat einen Corona-Nothilfefonds aufgelegt, der weltweit Betroffenen helfen soll.

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