Workshop: Erstcheck der afrikanischen Bestände

Erstcheck: Das Berliner Missionswerk untersucht seine Bestände

Workshop Provenienzforschung: Einladung zur Diskussion

Wie gingen Missionswerke mit Kulturgütern aus Afrika um? Ein Workshop 26. Juni 2026 im Berliner Missionswerk stellt erste Ergebnisse eines Provenienz-Erstchecks vor und diskutiert die Bedeutung einer kritischen Auseinandersetzung mit kolonialen Sammlungskontexten.

Das Aneignen von Kulturgütern durch Missionar:innen während der Kolonialzeit rückt zunehmend in den Fokus von Missionswerken, kirchlichen Trägern und Wissenschaftler:innen. Doch nur wenige Institutionen haben bislang begonnen, ihre eigenen Bestände systematisch zu untersuchen.

Zwischen Januar und Juli 2026 führt die Provenienzforscherin Maike Schimanowski einen Erstcheck der afrikanischen Bestände der sogenannten ethnologischen Sammlung des Berliner Missionswerks durch. Die Sammlung umfasst heute rund tausend Objekte, vorwiegend aus China, Südafrika und dem heutigen Tansania. Ein Teil der Kulturgüter wurde von Missionar:innen angeeignet und nach Deutschland gesandt, um in Ausstellungen das vermeintlich „alltägliche Leben“ sowie religiöse Praktiken der Bevölkerung darzustellen. Andere Objekte stammen aus Nachlässen entsandter Missionar:innen oder wurden der damaligen Berliner Missionsgesellschaft direkt übergeben.

Im Rahmen des Erstchecks werden die Bestände gesichtet und daraufhin geprüft, inwiefern sie in koloniale Kontexte eingebunden sind. Zudem wird untersucht, bei welchen Objekten weiterer Forschungsbedarf besteht; etwa hinsichtlich ihrer Erwerbsgeschichte, der beteiligten Personen oder aufgrund besonderer kultureller Sensibilität.

Der Workshop stellt die Ergebnisse des Erstchecks vor und lädt zur Diskussion über den Umgang mit Missionssammlungen und kolonialem Erbe ein. Damit knüpft die Veranstaltung an aktuelle Debatten zur kritisch-konstruktiven Aufarbeitung kolonialer Verflechtungen von Missionswerken an, wie sie unter anderem das Papier „Dekolonisierung der Mission?“ der Evangelischen Mission Weltweit (EMW) anstößt.

Impulse geben unter anderem Prof. Dr. Birgit Meyer (Universität Utrecht) sowie Jan Hüsgen vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Provenienzforscher:innen, Vertreter:innen von Missionswerken und kirchlichen Trägern, Wissenschaftler:innen sowie Interessierte aus der Zivilgesellschaft.

  • Datum: 26. Juni 2026
  • Zeit: 09:00–16:00 Uhr
  • Ort: Knak-Saal, Berliner Missionswerk, Georgenkirchstraße 69/70, 10249 Berlin-Friedrichshain

Eine Teilnahme ist sowohl in Präsenz als auch digital via Zoom möglich. Interessierte werden gebeten, sich bis zum 17. Juni bei Dr. Martin Frank (m.frank@bmw.ekbo.de) anzumelden und dabei anzugeben, ob sie digital oder vor Ort teilnehmen möchten. Die Zahl der Präsenzplätze ist begrenzt.

Die Veranstaltung ist eine gemeinsame Kooperation des Berliner Missionswerks, des Evangelischen Landeskirchlichen Archivs in Berlin und des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste.