Würdigung der „Friedlichen Revolution“ und Sorge um das Schicksal der Christen in Ägypten

Bischof Dröge würdigt die wochenlangen Demonstrationen Hunderttausender. In einer „Friedlichen Revolution“ sei es den Menschen gelungen, „das Joch der Unterdrückung abzuschütteln“ und „die Hoffnung auf mehr Demokratie und Gerechtigkeit umzusetzen“. Bischof Dröge erinnert in dem Schreiben an die Friedliche Revolution des Jahres 1989. „Im Rückblick nach über 20 Jahren, wissen wir, wie viel Ausdauer und Kampf nötig war, um ein demokratisches System lebensfähig zu machen: Runde Tische, Gründung von Parteien, Auflösung der Staatssicherheit, Integration der Nationalen Volksarmee in die Bundeswehr, Neuordnung des Rechtssystems und vieles mehr.“

Zugleich mische sich in die Hoffnung und die Freude über den Neubeginn aber auch Skepsis. „Uns bewegt die Sorge um das Schicksal der Christen in Ägypten. Wir hören, dass die Christen Angst vor der Zukunft haben müssen. Sie fragen: Wird die Freiheit auch für Christen gelten? Wir lesen, dass in dem Komitee für eine Verfassungsreform, das gerade in Kairo eingesetzt worden ist, von elf Mitgliedern nur einer Christ ist. Können die Christen in Ägypten darauf vertrauen, dass die Verfassung wirklich zugunsten von Religionsfreiheit verändert wird? Kann es für die Christen in Ägypten wirkliche Religionsfreiheit geben, solange in Artikel 2 der ägyptischen Verfassung die Scharia als wichtigste Quelle des Rechtes festgeschrieben wird? Die Frage bleibt also offen: Welche Freiheit wird sich in Ägypten durchsetzen?“