Sonntag Judica: Kollekte für die Partnerkirche

Straßenszene in Iringa ©Martin Frank

Kollektenbrief für den 22. März 2026: Sonntag Judica

Die Kollekte wird für Partnerkirchen in Tansania gesammelt.
Die Kollekte am 22. März unterstützt die Jugendarbeit unserer Partnerkirchen in Tansania und fördert den Austausch der “Generation Z” mit Jugendlichen in unseren Kirchen. Bereits 2024 gab es ein Austauschprogramm zwischen jungen Erwachsenen aus Südtansania und Jugendlichen in Berlin und Leipzig. Sie beschäftigten sich gemeinsam mit den Auswirkungen des Klimawandels, unterschiedlichen Erinnerungskulturen und den gesellschaftlichen Herausforderungen ihrer Länder.

Dieser Austausch soll fortgesetzt werden: Die jungen Menschen sollen ermutigt werden, sich aktiv und vernetzt in ihre Gesellschaften einzubringen, Ideen auszutauschen, neue Perspektiven kennenzulernen und voneinander zu lernen. Die Kollekte ermöglicht es, dass solche Begegnungen weiterhin stattfinden und die jungen Erwachsenen in Tansania und Deutschland inspiriert werden, ihre Kräfte, Talente und ihren Glauben einzubringen.

Situation in Tansania
Tansania, lange als friedlich bekannt, erlebte Ende Oktober 2025 gewaltsame Proteste nach den Präsidentschaftswahlen. Hunderte junger Demonstrierender, vor allem der Generation Z, wurden getötet. Viele Familien trauern, junge Menschen stehen vor schwierigen Herausforderungen, und ihre Stimmen werden unterdrückt. Bischof Dr. Christian Stäblein, die Bischöfin der Nordkirche und der Bischof der Bayerischen Landeskirche schrieben einen „Letter of Solidarity“ an die ELCT: Sie betonen, dass wir in enger Partnerschaft und Solidarität an der Seite der Menschen in Tansania stehen. Wir teilen ihren Schmerz, trauern mit den Familien und engagieren uns dafür, dass die Ereignisse untersucht und die Menschenrechte gewahrt werden.

Predigtanregung (Hebr. 13,12-14)
An diesem Sonntag Judika legen wir die Worte aus dem Hebräerbrief 13 aus: "Darum hat auch Jesus, auf dass er das Volk durch sein Blut heiligte, gelitten draußen vor dem Tor. So lasset uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir"* (Hebr. 13,12-14).

„So lasset uns nun zu ihm hinausgehen“: Viele afrikanische Staaten haben einen Jugendanteil von bis zu 70 Prozent – in Tansania gilt dies bis zu einem Alter von 35 Jahren – während die politischen Führungen oft im Greisenalter sind. Die Jugend, die sogenannte Generation Z, steht „draußen vor dem Tor“: Sie haben kaum Rechte, um am politischen Leben einer Zivilgesellschaft teilzunehmen, die systematisch von den Regierungen klein gehalten und unterdrückt wird – nicht nur in Tansania, sondern auch in Äthiopien, Kenia, Uganda, Togo, Kamerun und anderen Ländern.

Viele junge Menschen haben nicht die Mittel, um heiraten zu können und dadurch gesellschaftlich aufzusteigen. Sie studieren, sind hochgebildet, erhalten nach ihrer Ausbildung aber oft keine Arbeit. Daraus entstehen Frustration und das Gefühl, ständig vor den Toren zu stehen. Die fehlende Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen entlädt sich mitunter in Gewaltausbrüchen.

Auch in Tansania haben junge Menschen während der Wahlen demokratische Strukturen verteidigt. Viele von ihnen werfen ihrer Kirche nun vor, sie bei der gewaltsamen Unterdrückung ihrer Meinung im Stich gelassen zu haben. Innerhalb der ELCT nehmen sie engagiert am Gottesdienstleben teil und treffen sich zahlreich in Jugendgruppen, doch kirchliche Mitbestimmung erhalten sie kaum. Wiederholt fordern sie, stärker eingebunden zu werden, um ihre Talente, ihre Energie, ihre Fantasie, ihre Hoffnung und ihren starken Glauben aktiv einbringen zu können.

Fürbitte
Guter Gott, wir danken Dir für die Jugend in unseren Kirchen. Segne sie, schenke ihnen Raum, ihre Gaben zu entfalten, und stärke die Verbindung zwischen unseren Kirchen in Tansania und Deutschland. Lass uns an ihrer Seite sein, wenn sie Zeichen gegen Isolation, Unterdrückung und Abschottung setzen. Amen.

Verantwortlich:
Pfarrer Dr. Martin Frank, Afrika-Referent
Tel. (030) 243 44-151, m.frank@bmw.ekbo.de
Berliner Missionswerk, Ökumenisches Zentrum der EKBO und der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Georgenkirchstr. 69/70, 10249 Berlin

www.berliner-missionswerk.de

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