Kinder in Talitha Kumi, Foto: Berliner Missionswerk

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London: Ukraine im Mittelpunkt der Gespräche

Die Wahrnehmung der Situation in der Ukraine und die Herausforderungen, die sich daraus für die europäischen Nachbarn ergeben, stand im Mittelpunkt einer Reise zur Partnerdiözese London. Für Direktor Dr. Christof Theilemann und seine theologische Stellvertreterin Barbara Deml war es die erste Auslandsdienstreise seit Beginn der Pandemie. Die beiden begleiteten Bischof Dr. Christian Stäblein bei seinem Antrittsbesuch bei der Bischöfin der Partnerdiözese, Dame Sarah Mullallay. Die Partnerschaft nach London besteht seit über 20 Jahren.

„Zunächst habe ich mich gefragt, ob wir nicht eigentlich in die falsche Richtung fliegen und wir unsere Geschwister aus der Ökumene im Osten besuchen müssten“, so Bischof Dr. Stäblein bei einer Ansprache in London. „Aber unsere Reise zeigt, dass wir mit unseren Partnern fest zusammenstehen, gegen Krieg, gegen Hass und menschenverachtende Gewalt. Und wir lassen uns unsere Vision von einem friedlichen Miteinander mit unseren europäischen Nachbarn nicht kaputt machen! Dafür ist gerade dieser Besuch – nach dem Brexit – ein wichtiges Zeichen unserer bleibenden Freundschaft.“


In einer Sitzung im House of Lords, an der die deutschen Gäste auf Einladung von Bischöfin Sarah Mullallay als Gäste auf der Besuchertribüne teilnehmen durften, wurde im Zusammenhang mit der Unterstützung von Geflüchteten aus der Ukraine sogar beispielhaft auf die gelungene Willkommenskultur und Logistik in Berlin verwiesen.


Die kleine Delegation der EKBO besuchte während der Tage in London unterschiedliche Gemeinden, Gottesdienste und kirchliche Einrichtungen. Auch die Freiwilligen des Berliner Missionswerkes konnten ihre Arbeitsstellen, den OK-Club in Kilburn, sowie die Gemeinden St. Lukes, Kilburn und St. Mary’s Pimrose Hill vorstellen.


Am Sonntag war Bischof Dr. Stäblein eingeladen, in der Christ Church auf der Isle of Dogs zu predigen. Diese Gemeinde pflegt eine seit langem bestehende Partnerschaft zur Gemeinde am Weinberg im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte. In seiner Predigt richtete Bischof Dr. Stäblein eindringliche Worte an die Gemeinde: „Ich empfinde es als großes Zeichen, dass ich heute hier predigen darf. Als Deutscher stehe ich in der Verantwortung eines Volkes, das den schrecklichsten, grausamsten, inhumansten und gottlosesten Krieg über Europa gebracht hat. Dass wir mit dem Frieden und der Befreiung 1945 als Völker zueinander gefunden haben… und dass an dieser Freundschaft auch ein Brexit so ganz und gar nichts ändern kann, ja diese Freundschaft nur am Rande berührt, das macht mich zutiefst dankbar. Wir haben auf allerschrecklichste Weise gelernt, was Krieg ist, wir stehen in der von Coventry begründeten Nagelkreuzgemeinschaft gemeinsam für die tiefe Sehnsucht nach Frieden. Wir sind dieser Tradition in diesen Tagen in besonderer Weise verpflichtet.“


Der  später besuchte Evensong in All Saints, Margaret Street, geleitet von Gemeindepfarrer Peter Anthony, zeigte erneut, welche unterschiedlichen Gottesdiensttraditionen in der Kirche von England beheimatet sind. Beim anschließenden Empfang überreichte Jonathan Baker, der Bischof von Fulham, die Zeichnung einer Marienstatue an Bischof Stäblein.


Ein weiterer lebendiger Höhepunkt war der Besuch in der Grey Coat Hospital School für Mädchen. Die kirchliche Schule mit langer Tradition wird überwiegend von Mädchen besucht, die tief in einer christlichen Gemeinde verwurzelt sind. Dazu kommen zu einem kleinen Teil auch Mädchen anderer Religionen oder aus glaubensfernen Elternhäusern. Gegenseitiger Respekt und ein lebendiges christliches Zeugnis stehen im Mittelpunkt des Lernens. Im Gespräch von Schulleitung und einer Gruppe Schülerinnen mit den Gästen aus Berlin entspann sich ein lebhafter Dialog. Eines der Mädchen fragte Bischof Stäblein, warum denn die Delegation nach London gekommen sei. „Drei Gründe gibt es“, so lautete seine Antwort. „Erstens: durch die Partnerschaft mit einer anderen Kirche dürfen wir uns selbst mit den Augen der Anderen neu wahrnehmen. Zweitens: daraus ergibt sich, dass ich meine eigenen Traditionen neu bewerte. Ich kann meinen Glauben also so leben oder auch ganz anders. Und drittens: durch diese Wahrnehmung entsteht etwas ganz Neues, Bereicherndes.“  



Der Bischof von Fulham und Vorsitzende des...

Der Bischof von Fulham und Vorsitzende des anglikanischen Councils for Christian Unity, Jonathan Barker, überreicht Bischof Dr. Christian Stäblein die Zeichnung einer Marienstatue. Von li.: Dr. Christof Theilemann, Pfarrer Peter Anthony (Gemeinde All Saints, Margaret Street), Bischof Jonathan Barker, Bischof Dr. Christian Stäblein und Barbara Deml.

Der Bischof von Fulham und Vorsitzende des...

Antrittsbesuch bei der Bischöfin von London, Dame Sarah Mullallay (mi.).

 

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